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Bessunger
Waldkindergarten
8:00-14:30 Uhr
8:00-9:00 Uhr Bringzeit
9:00-12:45 Uhr Waldzeit
12:45-13:00 Uhr Abholzeit der Vormittagskinder
13:00-14:30 Uhr Mittagessen und Ausklang
14:30 Uhr Ende eines Waldtages |
18 Kinder |
| Ein fest angestellter Erzieher und eine fest angestellte
Erzieherinnen leiten die Gruppe und werden in ihrer Arbeit
von einer berufsbegleitenden Auszubildenden, einer Mittagskraft und Springern
unterstützt. |
"In den Wäldern sind Dinge,
über die nachzudenken
man jahrelang im Moos liegen könnte".
(Franz Kafka)
Aus
einer Elterninitiative entstand 2001 der Verein Bessunger
Waldkindergarten e.V..
Viel elterliches Engagement war notwendig für Planung
und Organisation, für das Herrichten des Grundstücks
sowie den Umbau des Bauwagens. Und schon im September desselben
Jahres konnte der Kindergartenbetrieb aufgenommen werden.
Gestartet wurde mit 14 Kindern, die in gestaffelter Weise
von einer Erzieherin und einem Erzieher auf dem Grundstück
in Empfang genommen wurden.
Das Waldgrundstück befindet sich in der Nähe des
Polizeipräsidiums, Klappacher Strasse.
Betreuung
Betreut werden die Waldkinder von einem Team aus einer Erzieherin
und einem Erzieher, die beide eine staatliche Anerkennung
haben. Die Mittagsessensbetreuung wird von einem/er Erzieher/in
und der Mittagskraft durchgeführt. In
personellen Ausfallzeiten stehen feste Springer zur Verfügung
oder Eltern müssen den Dienst abdecken.
Mittagessen
Derzeit sind 8 Kinder zum Mittagessen angemeldet. Die Kapazität
liegt bei max.8 Kindern.
Das vegetarische-ayurvedische Essen stammt vom Jello-Lädchen.
Gegessen wird auf dem Grundstück. Meist draußen
vor dem Bauwagen. Bei Regen unter einer schützenden Plane. Im Winter im beheizten Bauwagen.
Das Waldstück
Das
Grundstück liegt im Wald hinter dem Polizeipräsidium
und ist Pachtland des Landes Hessen.
Darauf befinden sich neben Bäumen zwei Bauwagen, wovon
der eine in Eigenarbeit der Eltern kindergartentauglich umgebaut
wurde. Er ist gleichermaßen "Büro" der
ErzieherInnen als auch Aufenthaltsraum der Kinder. Der zweite
Bauwagen ist noch im "Urzustand" und dient derzeit
als Lagerraum.
Angesiedelt sind außerdem eine Schaukel (Kletterseil/Stock),
eine Wippe (langes Brett), eine Werkbank (alter eingegrabener
Schultisch mit Schraubstock), der Morgenkreis ( Baumstämme),
der Mittagsessensplatz sowie eine Feuerstelle und natürlich
ganz viel Wald...
Die Waldkinder
Derzeit sind 18 Kinder im Waldkindergarten. Die Gruppe ist
zu gleichen Teilen gemischtgeschlechtlich.
Das Durchschnittsalter liegt bei 4-5 Jahren.
Finanzierung
Zu Beginn des Kindergartenbetriebs im September 2001 finanzierte
sich die Einrichtung ausschließlich über Elternbeiträge
und Spenden.
Mittlerweile ist das Projekt "Bessunger Waldkindergarten
e.V." im Haushalt der Stadt Darmstadt verankert und wird
bezuschußt.
Der Elternbeitrag beträgt derzeit monatlich 95 Euro/Kind
und für die Betreuung bis 14:30 Uhr 120 Euro/Kind plus
2,70 Euro/Tag Essensgeld.
Wenn Geschwisterkinder gleichzeitig in der Einrichtung sind, zahlt das zweite Kind weniger.
Elternarbeit
Die ehrenamtlichen Pflichten der Eltern umfassen:
- Vorstandsarbeit
- Gehalts- und Steuerabrechnung
- Personalwesen
- Öffentlichkeitsarbeit/Sponsoring
- Aktualisierung von Listen (Adressen-/Putzdienste ...)
- Mittagsbetreuung
- Mitbetreuung der Kindergruppe in Ausfallzeiten der ErzieherInnen
- Teilnahme an regelmäßigen Elternabenden
- Reinigung des Bauwagens
- Wasser-Bring-Dienst
- Reparatur- und Renovierungsarbeiten
- Planung und Durchführung von baulichen Maßnahmen
- Mitgestaltung von Festen
- und ...und ...und ...
Was der Wald bietet
- Viel frische Luft
Bei Wind und Wetter draußen sein ist nicht nur schön,
sondern stärkt das Immunsystem. Die erholsame Umgebung
wirkt sich positiv auf die seelische Gesundheit aus.
- Freiräume
Im Wald gibt es keine räumliche Begrenzung, nicht für
Bewegung und nicht für Geräusche. Im Wald gibt es
Raum für Stille. Stille ist eine elementare Erfahrung
um zur Ruhe zu kommen, sich besinnen zu lernen.
- Bewegung
Wenn sich Kinder bewegen, trainieren sie nicht nur ihre Muskeln
und ihren Gleichgewichtssinn. Im Laufen, Springen, Klettern,
Kriechen erwerben sie ihre motorischen Fähigkeiten. Sie
lernen, sich natürlich zu bewegen. Im Wald haben sie
Bewegungsfreiheit. Bewegung auf unterschiedlichen Untergründen
sowie die Beanspruchung verschiedenster Muskeln beugen Haltungsschäden
und Übergewicht vor. Aggressionen können leichter
abgebaut werden.
- Schulung aller Sinne
Kinder nehmen die Welt in erster Linie über Sinneseindrücke
wahr, um so stärker je jünger sie sind. Über
das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und über
die Bewegungsempfindungen wird dem Gehirn signalisiert, was
Kinder von der Welt erfahren haben. Der Wald bietet eine Fülle
von Bildern, Gerüchen, Berührungs- und Bewegungsempfindungen,
real und authentisch durch unmittelbare Begegnung.
- Phantasie und Kreativität
In den Wald werden keine Spielsachen mitgenommen. Die Kinder
spielen mit Naturmaterialien und denken sich Rollenspiele
aus. Die Umgebung animiert sie dazu.
- Sozialerziehung
Sozial- und Spracherziehung sind für den Waldkindergarten
wichtige Elemente. Die Kinder erfahren Gruppenzugehörigkeit
und Gemeinschaft. Durch Gespräche, Reime und Spiele werden
sie auch im sprachlichen Bereich gefördert. Sie sind
nicht durch vorgegebenes Spielzeug abgelenkt und werden stärker
angeregt, miteinander zu sprechen und untereinander Beziehungen
zu knüpfen. Dies führt zu einer verbesserten Gruppenintegrität
und fördert die Konfliktfähigkeit und -bewältigung.
- Naturerlebnis
In einem Waldkindergarten erfahren die Kinder aus nächster
Nähe in welchem Rhythmus das Jahr abläuft und wie
sich Pflanzen und Tiere den Jahreszeiten und dem Wetter entsprechend
anpassen. Sie lernen sich in der Natur zurechtzufinden und
rücksichtsvoll mit Ihr umzugehen.
- Regeln
Im Waldkindergarten können die Kinder aus eigener Anschauung
die Notwendigkeit von Regeln erfahren, sie nachvollziehen
und ihren Sinn erleben.
Auszug aus einem Waldtag
Die Kinder werden bis um 9:00 Uhr von den Eltern zum Grundstück
gebracht. Sie sind wetterfest angezogen und tragen ihren Rucksack
mit Frühstück, Getränk und Isomatte. Im Morgenkreis
wird gesungen, Fingerspiele werden gemacht und es wird festgestellt
ob alle da sind, wer fehlt und warum.
Dann wird durchgezählt und es geht ab in den Wald zu
einem der Plätze, die die Kinder im Laufe der Zeit schon
entdeckt haben. Da gibt es den Höhlenplatz, den Springplatz
und den Sonnenplatz.
Dort angekommen werden die Hände gewaschen. Das Wasser
dafür kommt aus einem mitgebrachten Kanister. Dann wird
eine gemütliche Runde gemacht, jedes Kind setzt sich
auf seine Isomatte und es wird gemeinsam gefrühstückt.
Danach wird gespielt.
Eichhörnchen, Tausendfüßler oder Mistkäfer
werden beobachtet. Blätter, Stöcke oder Wurzeln
werden entdeckt, die für die Kinder etwas Besonderes
darstellen. Anhand von Bestimmungsbüchern werden Tiere
und Pflanzen benannt. Die Kinder erfahren etwas über
ihre Beschaffenheit und ihre Lebensumstände. Aus Stöcken
werden Angeln oder Höhlen gebaut. Blätter und Moos
werden zu Milch und Brot im Kaufladen - der Phantasie sind
keine Grenzen gesetzt. Umgekippte Bäume sind Piratenschiffe,
Feuerwehrautos oder Brücken. Die Kinder sind ununterbrochen
in Bewegung und balancieren oder rutschen herum, suchen und
entdecken. Andere Kinder suchen sich ein ruhiges Plätzchen
und bauen sich ein Blätterbett, um in die Baumkronen
zu schauen. Einige sitzen oder liegen auch nur ruhig da und
lauschen dem Wind und den Vögeln und sehen dem Schattenspiel
der Bäume zu.
Beendet wird der Vormittag mit dem Abschlußkreis, d.h.
es wird gesungen, Geschichten werden erzählt oder kleine
Gruppenspiele gemacht. Wieder zurück am Bauwagen werden
die Kinder zwischen 12:45 und 13:00 Uhr abgeholt. Die Nachmittagskinder
waschen ihre Hände und nach dem Tischspruch wird gemeinsam
gegessen. Wer fertig ist darf aufstehen. Je nach Wetter und
Lust wird geschippt, geschaukelt oder Fangen gespielt bis
die Eltern ihre Kinder zwischen 14:15 und 14:30 Uhr abholen.
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